RAMSAY HUNT SYNDROM
Ramsay-Hunt-Syndrom,
engl.:
Hunt`s syndrome
Unser "Diagnosefinder"
Dieses Syndrom wurde benannt nach James Ramsay Hunt. Er lebte von 1874-1937 in New York und übte den Beruf eines Neurologen aus.
Der Begriff "Ramsay Hunt Syndrom" wird von manchen Autoren auch mit Bindestrichen geschrieben (Ramsay-Hunt-Syndrom).
Beim Ramsay Hunt Syndrom handelt es sich um einen Herpes zoster des Nervus ot icus (Zoster oticus bzw. Herpes zoster oticus). Manche Autoren verwenden die Diagnose "Ramsay Hunt Syndrom" allerdings nur dann, wenn es im Rahmen dieser Herpes zoster-Erkrankung auch zu einer Fazialisparese (= Lähmung der Gesicht s muskulatur) gekommen ist.
Die
Herpes zoster-Erkrankung ist eine neurodermale
(=
Nerven und Haut betreffende)
Infektionskrankheit. Der Erreger ist der Her pes-Varizellen-Virus. Als
Tröpfcheninfektion führt der Erstkontakt vorwiegend bei Kindern zu den bekannten
Windpocken, an sich eine harmlose Kinderkrankheit. Leider hat das Virus die
Eigenschaft, über Jahrzehnte in bestimmten Bereichen des Nervensystems zu
überleben, ohne daß Krankheitszeichen vorhanden sind. Kommt es aber zu einer
Schwächung des Immunsystems, so wird das Virus
reaktiviert und erreicht über sensible Nervenbahnen die Haut und es entsteht der
Herpes zoster.
Der
Her
pes zos ter (auch als
Gürtelrose
oder
Zostererkrankung
bezeichnet) befällt überwiegend die Nervensegmente der unteren
Brustwirbelsäule,
seltener den
Gesicht
s- bzw.
Kopf
bereich (Herpes
zoster ophthalmicus und
Herpes zoster oticus bzw. Ramsay Hunt Syndrom).
Das Ramsay Hunt Syndrom stellt also eine (relativ seltene) Sonderform der Gürtelrose dar. Der Her pes zos ter ot icus breitet sich im Gebiet der Hirnnerven (= Kopfnerven, nicht aus dem Rücken mark stammend) VII u. VIII (evtl. auch V, IX u. X) aus mit einem typischen juckenden und quälenden Schmerz sowie Bläschenbildung im Ohr - und angrenzenden Gesichtsbereich, evtl. auf Gaumen, Zunge übergreifend. Häufig verbunden mit Hör-, Vestibularis- (= Gleichgewichts-) und Geschmacksstörung sowie Fazialisparese (= Lähmung der Gesichtsmuskulatur) und Trigeminusausfällen (= Gefühlsstörungen im Gesichtsbereich).
Die medikamentöse Therapie der Gürtelrose bzw. Her pes zos ter-Erk rankung (auch Her pes zos ter ot icus bzw. Ramsay Hunt Syndrom) ist ausführlich dargestellt in der Datei: www.herpes-zoster.de (einfach anklicken).
Wenn die Schmerzen die Hauterscheinungen des Herpes zoster bzw. der Gürtelrose überdauern, meistens nach 4-6 Wochen, dann ist die Krankheit in eine postzosterische Neuralg ie (auch als Postzosterneuralgie oder postherpetische Neuralg ie bezeichnet) übergegangen.
Zur
Schmerztherapie in der
akuten Phase des
Her pes zos
ter
ot icus,
aber auch zur Behandlung der gefürchteten
Neuralg
ie
(postzosterische
Neuralg ie) haben sich wiederholte
Blockaden (Betäubungen) des
Ganglion
stellatum (=
eine vegetative Schaltstelle paarig im seitlichen Halsbereich)
mit einem lang wirkenden
örtlichen Betäubungsmittel (z.B. Bupivacain) bewährt.
Die Wirkung diese Blockadebehandlung ist umso besser, je engmaschiger
diese durchgeführt wird, optimal in der
kontinuierlichen Form mit
eingepflanztem Katheter.
Dabei wird der dünne Kunststoffschlauch (Katheter) dicht an das erwähnte
Ganglion stellatum eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche
Kanüle hindurch, es muß also nicht “aufgeschnitten” werden. In der Folge
wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der
vorangegangenen Dosis, das
örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos
nachgespritzt.
Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit
hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser
Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Nerven betroffen sind, woraus eine
sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert und damit verschiedenen
Schmerzursachen, vor allem aber entzündlichen, kausal
(= ursächlich)
entgegenwirkt. Von dieser Mehrdurchblutung profitiert insbes. der zosterbedingt
gestörte Nervenzellstoffwechsel.
Auch wiederholte Blockaden des Ganglion cervicale superius (= eine vegetative Schaltstelle paarig im Rachenbereich) mit einem Opioid (= opiumähnliches Schmerzmedikament) sind beim Ramsay Hunt Syndrom wirksam, allerdings ist hier die kontinuierliche Form mit Katheter nicht möglich.
Medikamentös oral (= zum Einnehmen) sind sog. Antiepileptika (= eigentlich Mittel gegen die Fallsucht, u.a. aber auch beim Ramsay-Hunt-Syndrom hilfreich) gegen die Schmerzen wirksam. Als erste Wahl gelten heute Gabapentin oder Pregabalin, als 2. Wahl Carbamazepin.
Die Methoden der modernen Schmerztherapie bieten auch optimale Voraussetzungen für eine Anschlußheilbehandlung (AHB) bzw. Anschlußrehabilitation. Mehr darüber erfahren Sie hier: http://www.anschlussheilbehandlung.eu (einfach anklicken).
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Sozialgerichte stärken die Rechte von Schmerzpatienten gegenüber den Rentenversicherungen. Danach hat ein Schmerzpatient ein Recht darauf, in einer schmerztherapeutischen Klinik behandelt zu werden. Hier gelangen Sie zu einem 1. Urteil (Sozialgericht Kassel) (Pressemitteilung dazu: http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=051207009&phrase=schmerzklinik) Mittlerweile gibt es diesbezüglich zwei weitere Urteile, so vom Landessozialgericht Hamburg: www.schmerzklinik.com/sozialgericht2 (Pressekommentar dazu: https://www.pressetext.at/pte.mc?pte=070710027&phrase=Schmerzklinik) und vom Sozialgericht Köln erging eine entsprechende, einstweilige Verfügung in nur 23 (!!) Tagen: www.schmerzklinik.com/sozialgericht3.
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Aktualisiert: >30.07.2008</>kusb&
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